JazzPuls_CCH_Plakat 2015 low def

Der Swing kommt wieder- ”JazzPuls”
Begonnen hat die Geschichte des Swing im Savoy Ballroom, New York.

Erfunden wurde er 1927 von schwarzen "Kids" im New Yorker Stadtteil Harlem und ausgiebig getanzt im legendären Savoy Ballroom. Der Lindy-Hop ist der wichtigste Paartanz der ersten Swing-Zeit. Auch in der heutigen Swing-Renaissance spielt er eine zentrale Rolle. (Siehe auch den aktuellen NDR-Beitrag hier)

Der Swing, eine Stilrichtung des Jazz, wurde rasch populär. Der volle Klang der damals gegründeten Big Bands mit Stars wie Fletcher Henderson, Nat King Cole, Count Basie, Duke Ellington, Bennie Goodman und Glenn Miller gefiel den Leuten. Außerdem eignete sich der Swing wunderbar zum Tanzen. Es dauerte nicht lange, da waren Lindy Hop, Shag, Balboa, Jitterbug, Boogie-Woogie, Cakewalk, Big Apple und weitere Swing-Varianten auf den Tanzparketten der Welt verbreitet. Erst Mitte der 50er-Jahre flaute das Swingfieber ab.

In den Achtzigern, diesmal von London ausgehend, wurde es um den Swing wieder lebendig, in den Neunzigern trat er erneut einen Siegeszug an. In aller Welt entstanden "Savoy Ballrooms". Sogar in Peking swingt man unterdessen und es ist kein Ende der Swingbegeisterung in Sicht. 

Fest steht, dass die Anhänger des Swing großen Wert auf die Wurzeln legen. Lindy Hop soll genauso aufs Parkett kommen wie in den Tanzfilmen aus der ersten Swing-Ära. Auch beim Outfit greift man am liebsten auf klassische Modelle zurück. Die Damen mögen elegante, etwas weitere Hosenanzüge, tragen gern Hochsteckfrisuren, die Männer favorisieren amerikanischen Military Stil der 40er-und 50er-Jahre.

Swing wird sowohl nach Titeln aus den 20er- bis 50er-Jahren, als auch nach neuer Swingmusik getanzt. Zum Beispiel mit der Band „JazzPuls“. Sie swingt in Deutschland in der ersten Reihe. Für „JazzPuls“ ist Swing eine Art Zeitmaschine, wie übrigens für viele eingeschworene Swing-Fans. „JazzPuls“trägt stilechte Retro-Anzüge und ihre Devise ist: In die Swing-Ära eintauchen, den Swing leben! Die Welt, sagt er, tanzte mal danach. Und sie tut es wieder!

Siehe auch Swing in Hamburg: Gunter Lust, "The Flat Floot Floogee ... treudeutsch. treudeutsch". Erlebnisse eines Hamburger Swingheinis. Hrsg. v. Jens Michelsen, Hamburg: Dölling und Galitz, 1992, 159 S.

Nicht Hamburg, aber auch Swing und NS thematisiert das folgende Buch: “Coco Schumann, Der Ghetto-Swinger. Eine Jazzlegende erzählt. München”. dtv, 1997, 233 S. Die Geschichten um die Swing-Jugend in Hamburg sind eine Mischung aus Fun und Tragik, aus jugendlicher Leichtigkeit und brutalem Gestapo-Terror.